Brno. Mit einem stimmungsvollen und sportlich anspruchsvollen Rennwochenende ist der ADAC Historic Cup Ost in die Saison 2026 gestartet. Auf dem traditionsreichen Automotodfrom Brno erlebten Teilnehmer und Zuschauer vom vergangenen Samstag und Sonntag spannende Wettbewerbe in den Klassen Tourenwagen und Formel. Trotz einiger technischer Zwischenfälle überwog das positive Gesamtbild einer bestens organisierten Veranstaltung mit hervorragender Atmosphäre im Fahrerlager.
Bereits die Trainingssessions am Samstagvormittag gaben einen ersten Eindruck vom Leistungsniveau der Saison. In der Tourenwagenklasse verlief das freie Training ohne besondere Vorkommnisse. In der Formelserie hingegen musste die Session nach einer Unterbrechung wegen einer Ölspur, verursacht durch Jan Köcher im Fahrzeug mit der Startnummer 10, kurzzeitig unterbrochen werden. Zusätzlich kam es zu technischen Defekten bei Tobias Worm mit einem Getriebeschaden sowie bei Nick Koitsch, dessen Fahrzeug aufgrund von Kraftstoffproblemen ausfiel.
Auch das anschließende Qualifying blieb nicht ereignisfrei. In der Tourenwagenklasse hatte Łukasz Janiak im Skoda Favorit mit Bremsproblemen zu kämpfen, konnte sich aber ebenso wie das restliche Feld eine solide Startposition sichern. In der Formelklasse mussten Hans‑Jürgen Vogel nach einem starken Ölverlust am Estonia 25 und Jens Wilke die Fahrzeug vorzeitig abstellen. Besonders ungünstig verlief das Qualifying für Hartmut Heidicke, dessen Fahrzeug mit einem Differentialschaden auf der Strecke liegen blieb. Die notwendige Bergung führte schließlich zum Abbruch der Session, die nicht mehr fortgesetzt werden konnte.
Erste Rennen liefern hochklassigen Motorsport
Am Sonntagmorgen starteten die Tourenwagen in ihr erstes Rennen. Pole-Setter Jiri Kaspar im Skoda 130 RS behauptete nach dem Start an die Spitze und konnte sich schnell vom Feld absetzen. Dahinter entwickelte sich ein intensiver Zweikampf zwischen Jens Vogt im Skoda MB 1300 RS und Łukasz Janiak. In diesen Kampf war zeitweise auch ein drittes Fahrzeug involviert, ehe es zu einem folgenschweren Zwischenfall kam. Nico Unbehaun erlitt mit seinem neu aufgebauten Motor einen kapitalen Schaden, drehte sich von der Strecke und sein Fahrzeug geriet in Brand. Der Fahrer blieb unverletzt und konnte das Feuer teilweise selbst löschen. Das Rennen wurde unterbrochen und anschließend hinter dem Safety‑Car wieder aufgenommen. Nach dem Restart brachte Jiri Kaspar den Sieg sicher nach Hause, gefolgt von Jens Vogt und Łukasz Janiak.
Im Formelrennen am Sonntagvormittag kam das Feld zunächst gut vom Start weg, doch bereits in der Anfangsphase schied Hans‑Jürgen Vogel erneut rauchend mit einem technischen Defekt aus. An der Spitze dominierte Nils‑Holger Wilms im Melkus M90 das Geschehen und gewann souverän vor Nick Koitsch und Tobias Worm.
Überlegene Siege in den 2. Rennen
Im zweiten Formelrennen kam Sven Steinbach mit der Startnummer 83 äußerst schlecht vom Start weg, die nachfolgenden Fahrer konnten jedoch ausweichen. Beim anschließenden Anbremsen kam es zur Kollision zwischen Jürgen Meißner und Sven Steinbach. Letzterer hob infolge des Kontakts ab und kam beschädigt im Kiesbett zum Stehen, blieb jedoch unverletzt. Das Rennen konnte nach einer Safety‑Car‑Phase fortgesetzt werden. Nach Anhörung der beteiligten Fahrer wurde der Vorfall als Rennunfall eingestuft. Im weiteren Rennverlauf schieden Hans‑Jürgen Vogel, Heiko Werner und Hartmut Heidicke vorzeitig aus. An der Spitze ließ Nils‑Holger Wilms keinen Zweifel an seiner Überlegenheit und feierte mit einem weiteren Sieg einen perfekten Saisonauftakt vor Nick Koitsch und Martin Kuntze.
Das zweite Rennen der Tourenwagen am Sonntagnachmittag begann bereits vor dem Start mit Rückschlägen. Jan Köcher hatte bereits in der Einführungsrunde massive Getriebeprobleme an seinem Fiala EFK‑E1300, versuchte nach einem Boxenstopp zwar noch aus der Boxengasse nachzustarten, musste das Rennen jedoch endgültig aufgeben. Im eigentlichen Rennen bestimmten erneut die Skoda-Fahrzeuge das Tempo. Jiri Kaspar fuhr einen kontrollierten Sieg ein und sicherte sich damit den zweiten Erfolg des Wochenendes. Jens Vogt und Andreas Leue komplettierten das Podium und sorgten für einen Dreifach-Skoda-Sieg auf dem Podium.
Trotz einzelner Unfälle und technischer Defekte zeigte sich der Saisonauftakt des ADAC Historic Cup Ost in Brno als voller Erfolg. Spannender historischer Motorsport, ein faires Miteinander der Fahrer und eine hervorragende Stimmung im Fahrerlager bildeten einen würdigen Auftakt in die Saison 2026. Die Serie blickt nun mit großer Erwartung auf die kommende Veranstaltung Ende Juni am Nürburgring.






